Eigenschaften von Hanf Textilien

Wenn man sich Hanfstoffe in Gedanken vor Augen führt, denkt man womöglich an grobe Stoffe, die auf der Haut kratzen und unangenehm zu tragen sind. Das ist allerdings ein Mythos. Es war schon immer möglich, eine Vielzahl an strapazierfähiger, aber auch hochwertiger und feiner Stoffe aus Hanf herzustellen. Dazu kann man sowohl 100 Prozent Hanffasern verwenden oder diese mit anderen Naturfasern wie Flachs oder Seide kombinieren. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an Vorteilen, die die Hanffaser neben dem ökologischen Aspekt noch attraktiver machen:


  • Langlebig, leicht und atmungsaktiv: In Kombination mit Flachs kann man aus Hanf sehr leichte Textilien herstellen, die insbesondere heißen und feuchten Bedingungen optimal standhalten. Grund dafür ist die Absorptionsfähigkeit von Hanf.

  • Absorptionsfähig: Hanf weist bemerkenswerten Absorptionseigenschaften vor. Kleidung aus Hanf trocknet viel schneller und eignet sich deswegen insbesondere für Menschen, die dazu neigen, viel zu schwitzen. Die unangenehmen Gerüche werden dabei ebenfalls absorbiert, da der Sauerstoffgehalt in Hanffasern die Entstehung von Bakterien verhindert. Aufgrund der Absorptionsfähigkeit eigenen sich Hanffasern auch ideal zur Weiterverarbeitung zu Frottee. Ein Material, das hauptsächlich zur Herstellung von Handtüchern oder Bademänteln verwendet wird.

  • Antibakteriell und antimikrobiell: In der Kombination mit Baumwollfasern werden aus Hanffasern gerne Stoffwindeln hergestellt. Neben der hohen Absorptionsfähigkeit von Hanf, soll dieser auch länger haltbar sein. Zudem können die antibakteriellen und antimikrobiellen Eigenschaften im Hanf Windelausschlag und die damit verbundenen Hautprobleme verhindern. Baumwolle wird der Weichheit halber hinzugefügt.

  • Robust: Hanffasern sind in sich stärker als Baumwollfasern. Deswegen können nicht nur leichte Textilien aus Hanf hergestellt werden, sondern auch reißfeste Seile und Gewebe.

  • Vielseitig: Hanffasern können vielseitig verarbeitet werden. Man kann daraus verschiedene Arten der Köperbindung (Denim, Fischgrätenmuster und Flanell) sowie verschiedene Arten gestrickter Textilien, einschließlich Jersey und Velours herstellen. In der Kombination mit Seide, kann Hanf zu einem steifen, glänzenden Stoff verarbeitet werden, der vor allem für Ball- und Brautkleider eingesetzt wird.

  • Antiallergen: Da weder bei der Ernte von Hanffasern noch bei der Verarbeitung schädliche Chemikalien eingesetzt werden, sind die Textilien frei von Gift und Schadstoffen, weshalb Kleidung aus Hanf vor allem für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut besonders empfehlenswert sind.